Von den Anderen lernen
Nach einer Begrüßung und einer ersten Kennenlernrunde wurden die Neuigkeiten bei GermanZero und LocalZero mit den Ehrenamtlichen geteilt. Direkt danach ging es richtig los: Teams und die Ehrenamtlichen aus Freudenstadt, Kaiserslautern, Königswinter, Öhringen und Ulm tauschten sich über ihre Projekte, Erfolge und Herausforderungen aus.
Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Ansätze der LocalZero-Teams sind: von Kunstinstallationen, Podiumsdiskussionen, Infoveranstaltungen und Aktionstagen, über Repair-Cafés und Begrünungsprojekte bis hin zur Zusammenarbeit mit Kommunalpolitik und Verwaltung. Jedes Lokalteam nutzt die eigenen Stärken und Hebel, um den Klimaschutz in ihrem Ort voranzubringen.
Bürgerenergie und PV-Anlagen direkt erleben
Nachmittags waren wir zu Gast bei der Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau auf dem EnergieCampus Sinsheim. Charlotte Wohlfahrt, die Projektmanagerin bei Netzwerk Energiewende Jetzt e. V., beantwortete dort alle Fragen über die Funktionsweise von Energiegenossenschaften und ihre Bedeutung für die regionale Energiewende. (Mehr Infos gibt es hier).
Danach stellte Florian Oeß die BürgerEnergieGenossenschaft Kraichgau und ihre laufenden Projekte vor, bei der er Mitglied im Vorstand ist. Besonders eindrucksvoll war die anschließende Besichtigung der Agri-Photovoltaik-Anlage in Fürfeld. Auf dem 24 Hektar großen Feld konnten die Teilnehmenden bestaunen, wie bei strahlendem Sonnenschein durch die senkrechten Module Solarstrom gewonnen wird. Und wir hatten Glück: Ein zufällig vorbeifahrender Traktor machte deutlich, dass hier nachhaltige Flächennutzung und die Energiewende Hand in Hand gehen. (Mehr Infos gibts hier.)
Anschließend konnten die Teilnehmenden die Eindrücke des ersten Tages beim gemeinsamen Abendessen auf der Burg Steinsberg Revue passieren lassen.
Noch eine Runde Praxis: Der Miniwald Mannheim
Und auch der Sonntag startete mit einem Erfolgsbeispiel für lokale Klimaschutzarbeit: Dem Mini-Wald in Mannheim. Uwe Buckenauer, Vorstand der verantwortlichen Bürger-Interessen-Gemeinschaft Lindenhof e.V. erklärte alles rund um die 300 Quadratmeter großen Grünfläche: Seit 2024 wachsen dort über 900 Bäume und Sträucher zu einem artenreichen Lebensraum heran. Heute verbessert der Mini-Wald bereits messbar das Mikroklima am Standort und leistet damit einen echten Beitrag für eine klimaresilientere Stadt. Auch dieses Projekt basiert auf starken Projektpartner:innen, großer Unterstützung durch Bürger:innen und kontinuierlicher Pflege durch ehrenamtliches Engagement. (Mehr Infos gibt es hier.)
Wie gelingt Klimaengagement über die Generationen hinweg?
Der Nachmittag gab Raum für eine Frage, die sich viele Lokalteams stellen: Wie können Menschen unterschiedlichen Alters gemeinsam aktiv sein? Wie können wir verschiedene Altersgruppen als neue Teammitglieder gewinnen?
Die Diskussion zeigte, dass pauschale Generationen-Zuschreibungen wenig hilfreich sind. Engagement lebt von vielfältigen Motivationen und Lebensrealitäten. Entscheidend ist ein Austausch auf Augenhöhe, bei dem unterschiedliche Fähigkeiten und Perspektiven zur Stärke eines Teams werden. Klare Rollenverteilungen und passende Spielregeln für die Zusammenarbeit können dabei helfen, dass alle Beteiligten sich einbringen können.
Bestärkend - inspirierend – lehrreich - motivierend
Das waren die Worte, mit denen die Teilnehmenden das gemeinsame Wochenende beschrieben. Wir haben uns dafür bewusst für eine Mischung aus neuen Inhalten, spannenden Exkursionen und viel offenem Raum für Austausch von Ideen und Erfahrungen entschieden. Denn unsere Erfahrung aus dem LocalZero-Netzwerk zeigt: Besonders persönliche Begegnungen sind wertvoll für das eigene Engagement und die eigene Motivation.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die mit ihrer Energie und ihren Perspektiven zu einem gelungenen Treffen beigetragen haben.
Organisiert wurde das Treffen von den Regionalmanagerinnen Lesley, Irene und Franziska.
Beim Bundestreffen geht es weiter
Wer den Austausch fortsetzen möchte, hat dazu schon bald Gelegenheit: Im September findet das nächste Bundestreffen in Mainz statt – eine weitere Chance, Kontakte zu knüpfen, voneinander zu lernen und gemeinsam an einer klimaneutralen Zukunft zu arbeiten.
Das nächste Bundestreffen ist vom 18.-20. September 2026 in Mainz